Die Mistel – Viscum album

Mistel Blogeintrag Sarah Luge Heilpraktikerin

Zur Zeit um die  Wintersonnenwende hängen   wir uns teilweise einen Mistelzweig als Weihnachtsschmuck an einen Türrahmen. Das ist dekorativ und soll laut alten Legenden das Haus beschützen. Ein Paar das sich unter dem Mistelzweig küsst, soll er eine glückliche Beziehung bringen.

Auch bei den Kelten wurde die Mistel von den Druiden schon zum Schutz gegen böse Geister und Feuer verteilt und über den Haustüren aufgehängt. Sie wurde aber auch benutzt, um Tränke daraus zu brauen, da sie damals als Allheilmittel angesehen wurde. 

Denn  den Kelten war die Mistel durch ihre Art auf anderen Bäumen zu wachsen heilig und ihr wurden besondere Kräfte zugeschrieben. Der Herbst und der Winter macht ihr nichts aus. Sie ist immergrün und fest im Wirtsbaum verankert, von dem sich die Mistel ernähren und zu einem Busch von über einem Meter Durchmesser wachsen kann. Dabei ist sie aber kein Parasit und auch mehrere Mistelpflanzen auf einem Baum schädigen diesen nicht. Die Anzahl der Verzweigungen einer Mistel verrät ihr Alter: Jede Abzweigung steht für ein Jahr Wachstum. 

Von den Kelten wurde die Mistel so als Zeichen der Götter angesehen, die durch die Pflanze anzeigten, dass sie selbst in dem jeweiligen Baum anwesend waren. Darum durften nur Druiden sie mit einer goldenen Sichel in einem bestimmten Ritual im Winter bei zunehmendem Mond schneiden. Dabei zogen sie in den Wald zu den misteltragenden Eichen. In weiße Gewänder gekleidet verrichteten sie dort ihr Gebet und brachten Opfergaben dar. Danach stiegen sie in die Baumkronen, um die Misteln zu schneiden, die von Helfern mit weißen Tüchern aufgefangen wurden. Die Zweige durften dabei nicht den Boden berühren, bevor sie verarbeitet wurden. Die Mistel ist also schon seit vorchristlicher Zeit in der Volksheilkunde bekannt.

Nachdem sie eine zeitlang als „heidnisches Kraut“ abgelehnt wurde, wird die Mistel auch in der heutigen Heilkunde wieder gern eingesetzt.

Die mittlerweile erforschten Inhaltsstoffe der Mistel sind Cholinderivate, pflanzliche Proteine, Polypetide, die Aminosäure Arginin, pflanzliche Poly- und Oligosaccharide, Flavonoide und ein recht hoher Anteil an Vitamin C. 

Durch diese Zusammensetzung wirkt die Mistel leicht blutdrucksenkend, herzstärkend, abwehrsteigernd und allgemein beruhigend und harmonisierend.

Ihre Anwendungsgebiete sind daher heute hauptsächlich bei Bluthochdruck, Schwindelanfällen, epileptischen Zuständen, Arthrose, Angst und Albträumen. Auch in der Krebstherapie wird sie begleitend eingesetzt und ihre Wirksamkeit dort wird weiter untersucht. 

Wobei dort teilweise auch unterschieden wird, auf welchem Baum die Mistel gewachsen ist.

Schon Hildegard von Bingen beschreibt in Ihrer Physica explizit den Nutzen der Mistel, die auf einem Birnbaum gewachsen ist. Die Kraft des Baumes geht demnach auf die Birnbaummistel über und kann für eine Heilmittelrezeptur, je nach Zubereitung, bei Atemnot oder Gicht eingesetzt werden.

Meist wird die Mistel allerdings als Tee oder als Kaltauszug verwendet. Eine weitere Möglichkeit ist die Einnahme einer homöopathischen Tinktur oder in Form von Globoli.

⚠️ Da die Mistel leicht giftig ist, sollte sie nur äußerlich, in Fertigpräparaten, homöopathisch oder nach therapeutischer Anleitung und unter Aufsicht angewendet werden.